Geschichtliches
Geschichte Schule Reuland
Paul Gerardy:
Paul Gerardy wurde am 15. Februar 1870 in Maldingen geboren. Dort verbrachte er seine Kindheit. Nach dem frühen Tod seiner Eltern wurde der Dreizehnjährige vom Familienrat zu seinem Onkel nach Lüttich gebracht. Dort genoss er eine französischsprachige Erziehung, kam aber oft in seine Heimat, wo sein Vormund lebte, zurück. Dort verfasste er seine erste Gedichtsammlung. Schon bald kehrte er dem Studium den Rücken, um sich voll und ganz der Literatur zu Widmen. Sein Vormund konnte sich allerdings nicht dafür begeistern. Die bösen Vorahnungen des Vormundes sollten sich, zumindest in dessen Sinne bestätigen. Paul Gerardy verfügte über keinerlei Einkünfte. Seinem Bestätigungsbedürfnis opferte er den gesamten Familienbesitz. Von einem rücksichtslosen Spekulanten wurde er betrogen und von seiner Frau hintergangen. Veröffentlichungen wie „Les Carnets du Roi“ und „Der große König Patacake“, brachten ihn später in dem Ruf eines zynischen, infamen Lästerers. Doch Paul Gerardy blieb unbestechlich und seiner Einstellung treu. Er lehnte jede Käuflichkeit ab. Als er am 1. Juni 1933 in Brüssel starb, ließ er leere Kassen zurück, aber auch ein schriftstellerisches Werk von unschätzbarem Wert. Dieser Dichter war ein „Don Quichotte, der in einer konformistischen Gesellschaft wegen seiner Widerspenstigkeit und seiner spitzen Feder kritisiert, verhöhnt und verfolgt wurde. Er selbst schrieb dazu:“ … und seine Brüder werden dich auffressen, wenn du mit ihnen nicht einstimmig heulst.“ Wahrlich ein Spruch, der sich auch heute noch allzu oft bestätigt. Möge der Namensgeber der Schule Burg Reuland etwas von seinem kritischen Denken denen übermitteln, die dort lehren und lernen.
Chronik:
Ein erster Hinweis zur Reuländer Schulvergangenheit stammt aus dem Jahre 1827, als die Gemeinde einen Zuschuss von 200 Talern zum Bau eines Schulhauses erhält.
1834 wurde mit dem Bau begonnen und bereits einige Jahre später freuen sich die Einwohner Reulands über das neue Schulgebäude.
In der Bauphase schien es aber so manche Mühe mit dem einen oder anderen Provisorium zu geben.
Am 27. November 1856 wurden 2 Klassen eingerichtet: eine Knaben -und eine Mädchenklasse. Die Mädchenklasse wurde Frl. Philippine Lamberty übertragen und befand sich in ihrem Haus.
Bewegung in der Reuländer Schulgeschichte kam wieder durch die Kgl. Verfügung vom 22.11.1868, als die Mädchenschule aufgehoben und mit der Knabenschule vereinigt wurde.
Bei einer Schulinspektion am 08.06.1907 empfehlen die Regierungsräte einen Umbau der Schule.
Erst 1911 wird der Bau in Angriff genommen. Wahrscheinlich waren die fehlenden staatlichen Beihilfen in den Jahren 1911 und 1912 der Grund dafür, dass erst im September 1915 die Schule bezogen werden konnte.
Nur kurze Zeit später wurde das Obergeschoss als Typhuslazarett zweckentfremdet.
Während der Kriegsjahre
Nach dem 1. Weltkrieg wurde H. Marcel Nikolaus Feller zum Hauptlehrer ernannt. Neben ihm waren in der Zwischenkriegszeit auch seine Gattin Rosalie Feller-Jung und Frl Anna Schneider als Lehrerinnen tätig.
Während des 2. Weltkrieges unterbrach H. Feller seine Tätigkeit in Reuland. Der Unterricht wurde in dieser Zeit durch H. Lehrer Jean Hallen und Fr. Katharina Oestges übernommen.
Nach Kriegsende kehrte er mit seiner Gattin nach Reuland zurück, wo beide bis zum Datum ihrer Pensionierung am 29.11.1957 unterrichteten.
Fr Feller-Jung unterrichtete die Kleinen vom 1. Und 2. Schuljahr.
Die Schwester von Marcel Feller, Frl. Germaine Feller erteilte im heutigen Kulturhaus den Unterricht für die Mädchen der 3. bis 8. Jahrgangsklasse
Die staatliche Mittelschule
Ein Königlicher Erlass vom 21.02.1966 genehmigte die Gründung einer Mittelschule, die am 1.9.1969 im 1. Stockwerk des Postgebäudes eine provisorische Unterkunft fand.
In diesem Schuljahr konnten die 6 Lehrer um Direktor Heinz Derwahl die 5 Jungen und 2 Mädchen buchstäblich an die Hand nehmen. Pastor Jägers erteilte den Religionsunterricht während Emil Collienne ab dem 1.4.70 die Verwaltung übernahm. Zu Beginn des Schuljahres 1970-71 war bereits das jetzige Hauptgebäude und die Werkstatt an der „Mierelt“ bezugsfertig.
Am 6.11.1970 wurde der 1. Elternrat der Schule gewählt. Willi Wittrock nahm die Stelle des Direktors an und wurde mit 35 Jahren 1974 jüngster Direktor einer staatlichen Schule in Belgien.
Die Schülerzahlen erlebe in den nächsten Jahren einen sprunghaften Anstieg.
In den Schuljahren von 1974 bis 1980 wurden täglich rund 300 Mittagessen zubereitet.
Ende der 80-er Jahre wurden die rückläufigen Schülerzahlen aufgrund der geburtsschwachen Jahrgänge zu einem Problem, so dass nach einem Gnadenjahr die Sekundarabteilung am 30.6.1991 definitiv geschlossen werden musste.
Am 8. Januar 1974 wurde, nach Ruf einer pädagogischen Betreuung für Kleinkinder, die 1. Klasse mit Monique Heinen und bereits am 6. Februar eine 2. Klasse mi Rosi Weber eröffnet, die im Hauptgebäude untergebracht wurden. 1973 wurde das Kindergartengebäude errichtet und am 2. September 1974 konnte der Kindergarten schon einziehen.
Am 12.05.1980 wurde Fr. Maria Stellmann die Ehre zu Teil, die erste Turnstunde in der neu erbauten Sporthalle zu erteilen.
Im Jahre 2008 wechselte die Paul-Gerardy-Schule aus der Trägerschaft der DG in die Trägerschaft der Gemeinde Burg-Reuland.